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Die Kartoffel - Nutzpflanze mit langer Tradition

Kartoffeln in Pfanne © Christian Schwier - Fotolia.comDas jährliche Erntevolumen der Kartoffel beträgt mehr als 300 Millionen Tonnen. Damit gehört die Kartoffel zu den vier wichtigsten Lebensmitteln weltweit. Eine große Rolle spielt sie auch für die Futtermittel- und Rohstoffindustrie, da aus der Kartoffel hochwertige Stärke gewonnen wird. Die Kartoffel, die auch als Erdapfel oder Grundbirne bezeichnet wird, ist eine auf der ganzen Welt angebaute Nutzpflanze und gehört zu den Nachtschattengewächsen, wie auch Tomaten, Paprika und Tabak.

Die Geschichte der Kartoffel und deren Herkunft

Schätzungen zufolge ist die Kartoffel bereits 13.000 Jahre alt und stammt aus Südamerika, wahrscheinlich aus dem heutigen Peru. Auch in Chile wurden sehr alte Kartoffelsorten entdeckt, diese stammen vermutlich aber von peruanischen Sorten ab. In Peru sind über 3000 Kartoffelsorten beheimatet, die auch nur in den klimatischen und geologischen Gegebenheiten der Anden gedeihen.
Mit der Eroberung der Neuen Welt durch die Europäer trat die Kartoffel ihren Siegeszug in Europa an. Wann, wie und durch wen die Kartoffel erstmals nach Europa kam, ist ungeklärt. Man vermutet, dass spanische Händler die Kartoffel zunächst von Südamerika nach Gran Canaria brachten, es existieren Quellen, die einen dortigen Anbau spätestens ab 1562 belegen. Von Spanien aus gelangte die Kartoffel gegen Ende des 16. Jahrhundert nach und nach in die übrigen europäischen Länder. Einige Experten glauben, dass die Kartoffel die britischen Inseln erreichte, ohne den Umweg über Spanien zu nehmen. Vielleicht wurde sie erstmals von einem der berühmten britischen Seefahrer importiert. Nachgewiesen ist die Existenz der Kartoffel in England ab 1596, da sie von dem Botaniker John Gerard in dessen Garten gezüchtet wurde.
In Teilen der Niederlande, Frankreichs und Italiens wurde die Kartoffel zunächst nur aufgrund ihrer schönen Blüten in botanischen Gärten angepflanzt. Ab 1716 wurde die Kartoffel erstmals großflächig in Sachsen und ab 1738 in Preußen angebaut. In Schottland wurde der Kartoffelbauer schnell zur Symbolfigur gegen die allgegenwärtige Hungersnot.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Kartoffel

China, Indien und Russland sind diejenigen Länder, die die meisten Kartoffeln anbauen. Aufgrund ihrer flächenmäßigen Größe ist dies jedoch leicht zu erklären. Auch Deutschland gehört zu den sechs führenden Ländern im Kartoffelanbau. Im Jahr 2007 wurden in Deutschland 508.000 Tonnen Kartoffeln geerntet und 121.000 Tonnen importiert.


Ansichtskarte KartoffelbauerDie optimale Temperatur für den Anbau von Kartoffeln liegt bei 18 bis 20 Grad Celsius. Bei optimalen Anbaubedingungen kann mit einem Ernteertrag von 25 bis 35 Tonnen pro Hektar gerechnet werden. Nachts sollte eine Temperatur von 15 Grad nicht überschritten werden, die Bodentemperatur sollte zwischen 15 und 18 Grad liegen. Bei Lufttemperaturen unter 10 oder über 30 Grad Celsius hört die Kartoffel auf zu wachsen.
Kartoffeln verbleiben, abhängig von ihrer Sorte, 90 bis 180 Tage im Ackerboden, bevor der Kartoffelbauer mit der Ernte beginnen kann. Damit die Ernte reichhaltig ausfällt und Schädlingsbefall vermieden wird, sollte ein Feld nur alle drei Jahren mit Kartoffeln bepflanzt werden.

Kartoffelsorten

Grundsätzlich werden Kartoffeln im Hinblick auf ihre Verweildauer im Boden in frühe, mittlere und späte Sorten unterteilt. Die frühen Kartoffeln werden im Juni oder Juli geerntet, sie enthalten am wenigsten Stärke. Weltweit existieren etwa 5000 unterschiedliche Kartoffelsorten, die ständig durch Züchtung weiterentwickelt werden.
Unterschieden werden die einzelnen Kartoffelsorten hinsichtlich ihrer Weiterverarbeitungsmöglichkeiten in festkochende Sorten, vorwiegend festkochende Sorten, mehlig kochende Sorten und übrige Sorten. Außerdem gibt es noch Futter- und Pflanzkartoffeln, die aber nicht als Speisekartoffeln geeignet sind. Kartoffeln unterscheiden sich auch äußerlich an der Farbe der Schale, an der Farbe des Fleisches sowie an der Knollenform.